21. Juli 2021 14:30

Wie hoch ist Deine Inflation?

Die weltweite Pandemie macht auch vor dem Wert des Geldes nicht halt. Wie ist es um die aktuelle Inflation bestellt? Dazu startete die Europäische Zentralbank eine Bildungsinitiative rund um das Thema. Es wird erklärt, was Inflation bedeutet, wie sie gemessen wird und wo der Unterschied zwischen der wahrgenommenen und realen Inflation liegt.

Dazu hat die Europäische Zentralbank einen Onlinerechner veröffentlicht, der aufzeigt, wie stark jeder einzelne vom Anstieg der Preise betroffen ist. So kann man als Bürger der Europäischen Union jetzt seine individuelle Inflationsrate berechnen und mit dem Durchschnitt vergleichen. Und so funktioniert das Ganze:

Der individuelle Inflationsrechner

Das System funktioniert eigentlich ganz einfach: Man trägt seine monatlichen Ausgaben in Kategorien wie Ernährung, Mobilität, Miete oder Freizeitbeschäftigung ein und vergleicht diese mit dem realen Warenkorb der Güter und Dienstleistungen der durchschnittlichen Bevölkerung.

Heraus kommt eine individuelle Inflationsrate, die in den meisten Fällen vom realen Preisanstieg abweicht, der von den nationalen Behörden erstellt wird. Denn letzterer basiert nicht auf der wahrgenommenen Einschätzung eines Einzelnen. Der sogenannte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) spiegelt den durchschnittlichen Korb an Waren und Dienstleistungen wider, der die Ausgaben aller privaten Haushalte im Euro-Währungsgebiet enthält.

Real ist nicht gleich wahrgenommen

Der Online-Rechner dient vor allem dazu, den Unterschied zwischen der individuell wahrgenommenen und der real gemessenen Inflation aufzuzeigen. Denn dieser Unterschied betrug im Sommer 2020 fünf Prozentpunkte. So lag die wahrgenommene Inflation laut EZB zu der Zeit bei 5,4 Prozent. Die gemessene und damit per Definition reale lag allerdings bei 0,4 Prozent.

Wo, würdest Du sagen, spürst Du die Inflation am meisten? Der Rechner zeigt dazu nämlich auch die jährliche Inflation pro Kategorie an. Dort wird schnell ersichtlich, dass diese in puncto Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen sowie Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe mit 3,5 Prozent und 2,9 Prozent am höchsten liegt. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke unterliegen einer Inflation von 0,0 Prozent. Auch Bekleidung und Schuhe liegen gerade mal bei 0,2 Prozent.

Und das ist meine Inflation

Die folgende Berechnung bezieht sich auf den April 2021. Im Allgemeinen liegt mein Kostenschwerpunkt zur Zeiten der Pandemie vor allem bei Nahrungsmitteln und Wohnung sowie deren Nebenkosten. Das Onlineshopping hält sich in Grenzen und auch Freizeit, Unterhaltung und Kultur unterliegen zur Zeit keinen hohen Ausgaben.

Kurz darauf verrät mir der Inflationsrechner: “Ihre persönliche Inflationsrate lag im April 2021 über der durchschnittlichen HVPI-Inflationsrate in dem von Ihnen ausgewählten Land, da Ihre Ausgaben in der/den folgenden Verbrauchsgruppe(n) höher waren als die durchschnittlichen Ausgaben: Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe.” So liegt meine persönliche Inflation bei 2,2 Prozent und die durchschnittliche HVPI-Inflation in Österreich bei 1,9 Prozent.

Sehr interessant, aber auch wenig verwunderlich. Auf meine Nebenkostenabrechnung bin ich dann sowieso mal gespannt :-)

Inflation einfach erklärt

Wer sich gern selbst nochmal ein bisschen schlau machen möchte, kann im Suchfeld der Own360 App “Inflation” eingeben und kommt über “Inflation, was bist Du?” zu unserem Inflations-Erklärbeitrag. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden der eigenen Inflationsrate! Den Link zum Rechner findest Du im ersten Kommentar.

Verdien’ an Deinem Alltag!

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