1. Dezember 2021 17:30

Welche Investition ist unmoralisch?

Eine weltweite Pandemie bricht aus und ich kaufe Aktien von z. B. Paketlieferanten, Streamingdiensten und Pharmaunternehmen. Abgesehen davon, ob das schlau ist oder nicht, stellt sich für mich die Frage, ob das moralisch vertretbar ist.

Zuerst einmal handelt es sich wieder um meine, Karl, Meinung und ich habe keine Aktien gekauft. Trotzdem möchte ich hier ein paar Gedanken durchspielen und freue mich wieder (und wie immer), wenn Ihr mich dabei begleitet.

Drehen wir die Uhr einmal zurück auf Februar 2020 bzw. als die ersten Zeichen einer weltweiten Pandemie aufgekommen sind. Erste Überlegung: Wenn Geschäfte zusperren müssen, wird sich der Handel ins Internet verlagern und die Nachfrage nach Paketdiensten wird steigen.

Paketlieferant

Ich würde meinen, das ist eine vernünftige Überlegung. Aber das ist hier nicht der Punkt. Sondern: Kann ich mir noch in den Spiegel schauen, wenn ich mich jetzt über Aktien an Paketdiensten beteilige? Schnelle Antwort: Ja!

Nächste Überlegung: Den Menschen wird wohl schnell langweilig werden in ihren vier Wänden. Also werden Streamingdienste nachgefragt werden.

Streamingdienst

Auch hier mache ich es kurz: Es ist wohl nichts Verwerfliches, sich an der Unterhaltung anderer zu bereichern. Es ist eigentlich sogar ein schöner Gedanke. Jemand hat Freude an einer Serie oder einem Film und ich habe Freude, wenn sich dadurch mein Geld vermehrt.

So, jetzt ist aber Pandemie. Heißt, es werden Menschen krank werden. Sie werden Pflege und Medikamente benötigen. Und manche werden auch sterben. (Ich bitte hier meine trockene Formulierung zu entschuldigen und möchte mein besonderes Beileid an Hinterbliebene aussprechen.) Soll ich Pharma-Aktien kaufen?

Pharmaunternehmen

Es ist jedenfalls davon auszugehen, dass diese Industrie von der Pandemie profitieren wird. Aber kann ich noch gut schlafen, wenn ich weiß, dass ich an der Milderung des Leids anderer mitverdiene? Eigentlich bedient die Pharmabranche auch nur Bedürfnisse. Und wenn ich nicht daran verdiene, irgendwer wird’s machen. Und wenn ich so eine Person dann auch noch kenne, dann wird sie mich vielleicht sogar fragen, warum ich denn so blind war, diese Chance vorbeiziehen zu lassen?

Und was ist, wenn ich damit meine finanzielle Unabhängigkeit erlange und anfange, mich in den Dienst der Leidenden zu stellen? Oder belüge ich mich da selbst? Natürlich könnte ich diese Gedanken noch weiter spinnen, aber würde es gerne hierbei belassen. Wie immer freue ich mich über Eure Meinungen in den Kommentaren!


Euer Karl

Verdien’ an Deinem Alltag!

Verdien’ an Deinem Alltag!