12. Mai 2021 15:30

ESG-Star statt grauer Star?

Alcon wurde 1945 in Fort Worth, Texas, USA, von den Apothekern Robert Alexander und William Conner gegründet, von denen sich auch der Name ableitet. Diese legten schon früh einen Schwerpunkt auf Augenheilkunde. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in der Schweiz und bezeichnet sich selbst als den größten Augenpflegespezialisten der Welt. Produziert wird nicht nur medizinisches Gerät für Optiker, das beispielsweise bei Operationen von Altersstar verwendet wird, sondern auch Kontaktlinsen und die dazugehörigen Pflegeprodukte. Bis hin zu Mitteln, die gegen gerötete Augen helfen.

Wir plädieren ja immer für “Augen auf bei der Unternehmenswahl”. Deswegen schauen wir uns gemeinsam mit Euch die Own360 Unternehmen hinsichtlich ihrer ESG-Maßnahmen genauer an. Mal sehen, was es über Alcon alles herauszufinden gibt. Wir machen den Anfang: 

Weniger Verpackungsmüll

Seinen Environment-, Social- und Governance-Kriterien widmet das Unternehmen einen 54-seitigen Bericht, was in unseren Augen zeigt, dass man sich mit dem Thema ausführlich auseinandersetzt. Und Pläne in die Tat umsetzt. So startete das Unternehmen ein Designprojekt zu einer neuen Verpackungs-Generation namens AUTONOME, mit der es das Verpackungsvolumen seiner Intraokularlinsen (IOL) reduzieren konnte. Dazu schreibt Alcon:

“Nachhaltigkeit war ein Leitgedanke bei der Entwicklung unserer nächsten Generation von IOL-Einführsystemen. AUTONOME ermöglicht das zuverlässige, kontrollierte Einsetzen der IOL in den Kapselsack. Das Gerät wird komplett montiert geliefert, wobei die

IOL im Linsenfach positioniert [und] eine separate Verpackung überflüssig wird. Das neue Design reduziert die Verwendung von Einwegkunststoffen in chirurgischen Einrichtungen und Krankenhäusern.”

Das Resultat sind 37,5 Prozent weniger Verpackungsfläche, 4,6 g weniger Gesamtgewicht der Primärverpackung, 16,9 Prozent weniger Deponieabfall und 4,9 weniger Bioabfall im Vergleich zur vorherigen Generation ULTRASERT.

Weniger Wasserverbrauch 

An seinem Standort in Georgia (USA) führte Alcon ein spezielles Verfahren zur Abtrennung und Rückgewinnung von überschüssigem Wasser mit MEK-Abfällen (Lösungsmittel) ein. Das wird nun auch am deutschen Standort eingesetzt wird. Der Wassergehalt von MEK-Abfällen kann damit von 30-50 Prozent auf weniger als 15 Prozent reduziert werden und verringert den weiteren MEK-Abfall, der an einen Drittanbieter geschickt wird, um etwa 20 Prozent. Außerdem werden circa 99 Prozent gefährlicher Abfälle, darunter hauptsächlich Lösungsmittel, recycelt und in der Produktion von Kontaktlinsen-Produkten wiederverwendet.

Mehr zufriedene Angestellte

2019 glänzte Alcon mit seinen Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber an seinen Standorten in der Schweiz, Deutschland, Spanien, Frankreich, Russland, Südafrika, Polen, Großbritannien und Europa allgemein. 

Desweiteren macht Alcon darauf aufmerksam, dass der Anteil an weiblichen Chirurgen im letzten Jahrzehnt stetig gewachsen ist. Doch in der Vergangenheit war das Produktdesign auf Männer ausgerichtet, was zu ungewollten ergonomischen Nachteilen für Frauen führte. Um dem entgegenzuwirken, passt Alcon sein Produktdesign an und macht es “weiblicher”.

Zu viel Schmiergeld

2020 mussten sich der Pharmakonzern Novartis und dessen ehemalige Tochter Alcon in den USA schweren Korruptionsvorwürfen stellen. Im Prozess ging es darum, dass zwischen 2012 und 2015 Mitarbeiter griechischer Krankenhäuser bestochen wurden, um den Absatz der eigenen Produkte zu erhöhen. 

Zusätzlich flog auf, dass bei der Buchhaltung Schmiergeldzahlungen vertuscht wurden. So zum Beispiel, dass Ärzte, die zu Kongressen eingeladen wurden, zum Teil mit mehr als 5.000 Euro “bezuschusst” wurden. Das Resultat war eine Geldstrafe von 346 Millionen Euro. 

Und nun zu Deinem Resultat! Wie lautet Dein ESG-Urteil im Fall Alcon? Lass es uns in den Kommentaren wissen und natürlich: Voten nicht vergessen! 

Verdien’ an Deinem Alltag!

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